Boden testen und kalken wie ein Profi

Viele Pflanzen brauchen ganz bestimmte Bedingungen um optimal im Garten gedeihen zu können. Kennst du die Eigenschaften deiner Gartenerde, kannst du also vorher schon abschätzen ob der Standort gut geeignet für die jeweilige Pflanze ist.

Bodenarten erkennen

  1. Tonboden
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    Teste deine Bodenstruktur ganz einfach selber! Bild: Jing/ pixabay.com /CC0 1.0

    Behält der Boden seine Form, wenn er fest zusammengedrückt wird, enthält er einen großen Anteil feiner Korngrößen. Teste dies, indem du etwas Erde zu einer "Wurst" formst. Behält sie die Form, die Erde schmiert zwischen den Fingern und die einzelnen Bodenbestandteile sind nicht zu erkennen, handelt es sich um sogenannten Tonboden.
    Diese Bodenbestandteile halten sich nicht nur gegenseitig gut fest, sondern speichern so auch Wasser und Nährstoffe. Diese werden jedoch vom Boden so gut festgehalten, dass Pflanzen diese kaum nutzen könen. Viele Pflanzen können noch niemals Wurzeln in Tonerde ausbilden. Zudem quellt Tonerde bei Nässe stark und zieht sich in Trockenperioden wieder zusammen. Dadurch werden oft Wurzeln beschädigt und Krankheitserreger können in die Pflanze eindringen.
  2. Sandboden
    Ist der Boden nicht formbar, ist der Sand-Anteil im Boden ziemlich hoch. Dann rinnt er sprichwörtlich durch die Finger und die Hände bleiben trocken.
    Das bedeutet, dass sich der Boden leicht umgraben lässt und im Frühling schnell erwärmt. jedoch enthält Sandboden von Natur aus wenig Nährstoffe und der fehlende Zusammenhalt der einzelnen Bodenbestandteile sorgt dafür, dass Wasser schnell abfließt. Der Boden kann Feuchtigkeit also nicht gut speichern.
  3. Schluffböden
    Ein Schluffboden ist eine Kombination aus dem extremen Sandboden und einem Tonboden. Er fühlt sich mehlig an. Seine Bestandteile sind klein genug um Wasser zu halten aber auch groß genug um Wasser den Pflanzen zur Verfügung zu stellen. Der Sauerstoff im Boden ermöglicht den Wurzeln ein problemloses wachsen.
  4. Humoser Boden
    Dieser Boden lässt sich zu Klumpen formen, die aber nicht so kompakt wie Tonerde sind. Dann enthält er viel organisches Material.
    Humus entsteht bei der Zersetzung von organischem Material. Es hilft Bodenextreme abzumildern. So zieht es Bodenlebewesen an, die Nährstoffe in eine für die Pflanzen nutzbare Form umzuwandeln. Humus sorgt dafür, dass Tonerde eine krümelige Struktur bekommt und Wasser speichern und an die Pflanzen wieder abgeben kann. Im sandigen Boden dient Humus als Wasser- und Nährstoffspeicher.
    Wie du erkennst, ob dein Boden einen hohen Humusanteil hat? Ganz einfach: Graue Böden sind humusarm, je dunkler der Boden, umso größer ist der Humusanteil.

Den ph-Wert des Bodens messen

Der ph-Wert de Bodens lässt isch mit Lackmuspapier selber testen. Der Wert verrät, welche Nährstoffe in welchem Ausmaß den Pflanzen zur Verfügung stehen. Die Werteskala reicht von 0-14, wobei ein pH-Wert von 0 extrem sauer und pH 14 extrem alkalisch ist. Ein Wert von 7 bedeutet neutral.
Die meisten Pflanzen benötigen einen pH-Wert von pH 6 oder 7, das bedeutet neutral bis schwach sauer. Rhododendron, Heidekrautgewächse und Moorbeetpflanzen benötigen dagegen einen tiefen Wert von 4,5. Anders herum gibt es kalkliebende Pflanzen (z.B. Buchs, Clematis und viele Gemüsearten, die auch Werte von über 7 mögen.


Boden kalken

Ist der Wert über 7,5 sollte man auf keinen Fall kalken. Doch meist ist der Wert geringer. Dann sollte man, außer bei Moorbeeten, Rhododendron und Heidegewächse, aktiv werden.
Klassisch wird der Boden mit kohlensaurem Kalk behandelt. Halte dich an die Herstellerangaben und bringe den Kalk bis zum Winter aus. Er braucht bis zum Frühjahr um seine Wirkung entfalten zu können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit mit Gesteinsmehl oder Thomasmehl zu kalken.